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Eidelstedt unterm Hakenkreuz - Ein Rundgang durch den Stadtteil auf den Spuren des Nationalsozialismus

Da die Zahl der Zeitzeugen, die direkt über ihre Erfahrungen aus der NS-Zeit berichten können, nur noch sehr klein ist, sind unsere Informationsquellen inzwischen sehr begrenzt.
Diese Ansicht des Gasthauses Doppeleiche am Eidelstedter Platz mit Hakenkreuz-Flaggen stammt aus einer Postkarte aus den 1930er Jahren.
Dieses Foto mit der Unterschrift: "Öffentliche Bücherverbrennung jüdischer Schriftsteller vor dem Haus Dopeleiche" haben wir in einer Ausstellung von 1998 gefunden. Leider gibt es keine näheren Informationen darüber, wann und wo genau das Bild entstanden ist.
Die alte Kate der Familie Langeloh, hier eine Radierung des Heimatmalers August Koyen von 1951, diente zeitweise als Altenteil, dann als Räucherkate. Im Zweiten Weltkrieg waren hier Zwangsarbeiter unter anderem aus Frankreich und Serbien untergebracht.
Die alte Kate wurde anfang der 1950er Jahre abgerissen.
Die ungarisch-jüdische Familie Smzuk aus Sighet, Rumänien, wurde im Mai 1944 nach Auschwitz deportiert, wo die Eltern in den Gaskammern starben. Die Töchter Hédi, geb. 1924, und Livia, geb. 1928, wurden im September 1944 gmeinsam mit 500 jüdischen Frauen aus Tschechien und Ungarn als Zwangsarbeiterinnen in das KZ-Außenlager nach Eidelstedt gebracht. Hier verbrachten sie den Winter 1944/45 bei harter Arbeit, unzureichender Ernährung und Kleidung. Mitte April 1945 wurden sie von englischen Truppen in Bergen-Belsen befreit.
Das Lager befand sich am Friedrichshulder Weg neben dem Eisenbahnbetriebswerk zwischen Elbgaustraße und Krupunder. Diese Skizze des KZ-Außenlagers in Eidelstedt wurde 1982 von dem früheren Kommandanten Walter Kümmel erstellt, als er sich auf seine Aussagen im Prozess wegen der NS-Verbrechen vorbereitete. Er wurde damals in den meisten Punkten aus Mangel an Beweisen freigesprochen.
Auf der Fläche des Lagers ist heute ein Spielplatz, daneben ein Gedenkstein und eine Informationstafel.
Hédi und ihre Schwester Livia überlebten das Lager. Sie wurden von englischen Truppen befreit und zogen nach Schweden, wo sie Familien gründeten. Auch machten sie es sich zur Aufgabe, ihre Erfahrungen an die folgenden Generatioen weiter zu geben. Hédi tat das mit diesem Buch. Man kann es heute bei der Friedrich-Ebert Stiftung bestellen. Auch im Heimatmuseum sind einige Exemplare vorrätig.
Südlich der Straße Jaarsmoor zwischen Niekampsweg und Redingskamp wurde 1944 eine Behelfsheim-Siedlung für Eisenbahnangestellte gebaut, die ihre Wohnungen durch Bombenangriffe verloren hatten. Hier entstanden 140 kleine Einfamlien-Häuser. Die neuen Straßen hießen Streckenwärterweg, Heizergang, Weichensteller-Weg usw.
Die Betonplatten-Häuser wurden von Zwangsarbeitern vorgefertigt. Sie hatten etwa 39 qm Grundfläche und einen kleinen Garten.
Auch bei der Errichtung der Häuser waren italienische Kriegsinternierte, französiche Kriegsgefangene und die Frauen aus dem KZ-Außenlager am Friedrichshulder Weg beteiligt.
In dieser Plattenbau-Siedlung entstand unter den Bedingungen der Kriegs- und Nachkriegszeit ein Quartier mit viel sozialem Zusammenhalt.
Mitte der 1960er Jahre wurden die Behelfsheime abgerissen, auch wenn vielen Bewohnern der Abschied von dem vertrauten Quartier schwer fiel.
Raissa Iljina kam im Mai 1943 als Zwangsarbeiterin aus der Ukraine auf den Hof der Familie Ramcke an der Reichsbahnstr. 10. Hier erlebte sie im Juli die Bombenangriffe der Alliierten auf Hamburg.
Im Oktober 1946 heiratete Raissa den Hoferben Johann Ramcke. Ihr erster Sohn wurde schon 1944 geboren.
Im Januar 1947 kam der zweite Sohn, Johann, zur Welt, später auch noch eine Tochter.
So wurde aus der ukrainischen Zwangsarbeiterin eine Bäuerin in Eidelstedt.
Heinrich Schröder lebte im Hornackredder 2 in Eidelstedt. Er war war Maler und arbeitete in der Widerstandsgruppe KdF - Kampf dem Faschmus - mit.
Im Dezember 1944 wurde Heinrich Schröder inhaftiert und zwischen dem 22. und 24. April 1945, nur zwei Wochen vor dem Ende des Krieges, zusammen mit 70 weiteren Inhaftierten brutal ermordet. Dieser Stolperstein im Hornackredder 2 erinnert an sein Schicksal.
 

Von der Eidelstedter Dorfschule zum Stadtteilkulturzentrum

Die erste einklassige Dorfschule in Eidelstedt entstand 1769 an der Kieler Straße, Ecke Eidelstedter Dorfstraße, wo heute die Parkstreifen vor dem italienischen Restaurant Il Tesoro liegen.
1866 wurde das alte Reetdachhaus durch ein größeres Haus ersetzt, welches zwei Klassenräume aber wohl auch eine Lehrerwohnung hatte.
Bei dem Wachstum des Dorfes hatte die Schule 1885 schon 195 Schüler, so dass 1886 am Luruper Weg (heute: Elbgaustraße) ein neues zweistöckiges Gebäudes mit 4 Klassenräumen und Lehrerwohnung errichtet wurde
1922 wurden die beiden Schulstandorte Furtweg (seit 1904) und Luruper Weg organisatorisch geteilt in Knaben- und Mädchenschule
Seit 1927 mit der Eingemeindung Eidelstedts nach Altona wurde die Luruper Straße in Elbgaustr. umbenannt. Außerdem wurde die Schule erheblich vergrößert durch ein zweites Obergeschoss sowie diverse Klassen- und Fachräume. Hier eine Seite aus den Bauplänen.
Im Juli 1943 bei den Bombenangriffen der Alliierten auf Hamburg - Unternehmen „Gomorrah“ - wurde neben vielen anderen Gebäuden in Eidelstedt auch die Schule getroffen. Für etliche Jahre bis 1951 fand der Unterricht unter schwierigen provisorischen Bedingungen statt.
Bis 1951 wurde die neue Schule gebaut, zum Teil neu aber unter Nutzung des alten Mauerwerks.
11 Jahre später wurde das 75jährige Jubiläum der Schule gefeiert.
Als die alte Schule Ende der 1970er Jahre aufgrund der vielen Schulneubauten ihre Funktion verlor, wurde sie nach kontroverser Diskussion im Stadtteil zum "Stadtteilkulturzentrum Eidelstedter Bürgerhaus" umgewandelt.
1985 wurde das Eidelstedt Center gebaut. Dazu wurde die Elbgaustraße nach Süden verlegt. Der ursprüngliche Verlauf ist heute die „Alte Elbgaustraße“. Im Hintergrund das Bürgerhaus, noch ohne großen Vorplatz.
Eine Aufnahme des Bürgerhauses von 2017 mit der großen Marktfläche.
Eine Vision für das künftige Bürgerhaus aus dem Architekten-Wettbewerb von 2017, hier der Entwurf des siegreichen Büros, der aber noch überarbeitet und an den finanziellen Rahmen angepasst werden muss.

Der Heimatmaler August Koyen - eine kleine Auswahl seiner Werke

Tabak und Mehr - eine kleine Sonderausstellung zur untergegangenen Welt des Nikotin-Konsums

Die zwei "Jungs" aus Java, heute Indonesien, genießen das Leben, rauchen eine Zigarette und werben für den Tabak, der in ihrem Land günstig für den Verbrauch in Europa hergestellt wird.

Ein Schatz unserer Sammlung: Die alten Radios

Aus Inge Langes Nussknacker-Sammlung

Unsere Kannen-Sammlung

Bei diesem schönen Stück sind wir uns nicht ganz sicher über die Funktion. Wir vermuten, dass es ein Samowar ist. Falls jemand mehr weiß, bitte melden!

Neu: Die alte Wäschemangel im Innenhof des Bürgerhauses

Gleich neben dem Haupteingang vor dem Fahrstuhl steht jetzt, gesichert und fest im Boden verankert (Dank an David Wachtel) und mit einem Schild, welches auf das Museum verweist (Danke Thomas!), die alte Mangel.
Zwischen diesen beiden Walzen - der Druck wurde durch die Stellschraube und eine kräftige Feder reguliert - konnte man das Wasser aus den Wäschestücken pressen.
Der grüne Löwenkopf blickt dräuend in den Stadtteil.

Eidelstedt heute - ein Rundgang durch den Stadtteil

Der Krupunder See im Wandel der Zeiten

Der Eidelstedter Platz im Wandel der Zeiten

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