Unsere Ausstellung wurde über 30 Jahre zusammengetragen. Sie finden Exponate vorwiegend aus den letzten 100 Jahren in den Bereichen Landwirtschaft, Handwerk, Einzelhandel, Bekleidung, Textilien und Haushalt, außerdem eine alte Küche, eine Wohnstube und eine Ecke zum Thema Schule.

Neue Exponate

Der Löwe ist los

Da das Museum schon recht voll ist und unser Lagerraum durch strenge Brandschutzauflagen stark eingeschränkt wurde, müssen wir neue Wege beschreiten, um unsere Schätze zu präsentieren. So gelangte dieser Löwe in den Außenbereich des Bürgerhauses. Er ist Teil einer alten Wäschemangel, auch Kaltmangel (im Gegensatz zur Heißmangel) oder Wringer genannt. Diese schweren Geräte standen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in vielen Haushalten, bevor die Wäscheschleuder und später die Waschmaschine sich durchsetzte. Mehr Infos bei Wikipedia.

Mehr Fotos in der Bildergalerie.

Yes we can! Die Kannen in unserem Museum

Beim Aufräumen und Sichten für den nächsten Flohmarkt sind wir auf die große Zahl von Kannen aller Art in unserer Sammlung gestoßen. Dabei haben wir auch diese schöne Messingkanne entdeckt.

Einen Überblick über unsere Fundstücke in der Galerie.

Miniaturen

Diese Tasche, früher auch "Hebammen-Koffer" genannt, wurde uns von Hans Pendzinski, Eidelstedter seit 1957, zur Verfügung gestellt. Seine Großmutter kaufte sie 1908 in Breslau und nutzte sie fortan zur Aufbewahrung von Dokumenten. Diese wichtige Aufgabe erfüllte sie auch auf der oft dramatischen Flucht aus Schlesien. Mehr zu dieser Geschichte in dieser pdf-Datei.

Die Rechenmaschine "Multator"

Diese mechanische Rechenmaschine erhielten wir von einem alten Eidelstedter, Thomas Kammigan. Dazu schrieb er uns den folgenden Text auf Platt.

Min Meesters Reekenmaschin

Dat weer so in de Tied in 1955, ik weer so grad in dat tweete Lehrjohr as Timmermann, dor het mien Meester sik so een lütte Reekenmaschin köfft. Dor geev dat noch keen Reeken-maschin mit soon Papierstriepen wo de ganzen Tallen obschrieven weern. Ook keen Computer geev dat dor, wo du de ganzen Sooken ok noch speichern kunnst.

Ne, bi düsse lütte Maschin muss man mit so eenige Schieber de Tallen instellen und den mit de Kurbel dreihen. Du kannst dor mit Tallen tosomen reeken un aftrecken, malnehmen un deelen. Da weer to düsse Tied een grote Erleichterung.

Wi musten damals so reeken as du dat in de tweete Klass noch lehrt hest, allens fein ünneranner schrieven un denn in Kopp tosamen reeken.

Ik gleuv ok, dat du ook Wutteln dormit trecken kunnst, bloots dor muss du in dat lüüte Book rinkieken, denn dat weet ik nich mehr.

Ja, un ne´n Reekenschuver geev dat to de Tied ook noch, aver dat is een annere Saak.

Die Mausefalle

Bisher haben wir diese Mausefalle als eine besonders „humane“ Mehrfach-Lebendfalle „verkauft“.

Wir funktioniert sie?

Die Maus läuft , angelockt durch einen Köder, in den kleinen Gang auf eine kleine Brücke und löst damit einen Mechanismus aus, der die Eingangsklappe herunterfallen lässt. Nun ist der einzige Ausweg für die Maus der Gang nach oben, an dessen Ende sie wieder auf eine „Falltür“ tritt und in den Behälter darunter fällt. Damit wird die Eingangsklappe wieder hochgezogen und ist bereit für die nächste Maus, die auf dem gleichen Weg zu ihrer Kollegin in den „Speicher“ gelangt. Dann können sie sich bis zum nächsten Morgen unterhalten - vielleicht kommt noch eine dritte dazu - und werden irgendwann, fern von Haus, Küche, Speisekammer frei gelassen.

Füllt man aber den Speicher mit Wasser, was früher wohl üblich war, wird daraus eine tödliche Falle.

Diese Erkenntnis verdanken wir unseren Kollegen vom Rätischen Museum in der Schweiz, die die gleiche Falle in ihrer Ausstellung haben und auch über genauere Informationen über diese Falle verfügen. mehr  (10 Objekte nach unte scrollen!)

Karbid-Lampe

Diese Karbid-Lampe diente früher als Fahrradscheinwerfer.

Funktionsweise:
Im unteren Behälter der Lampe befindet sich Calciumcarbid, auf das aus dem oberen Behälter Wasser tropft. Calciumcarbid reagiert mit Wasser zu Ethin und Calciumhydroxid.
Das entstehende Ethin-Gas (Trivialname: Acetylen) verlässt den unteren Behälter durch eine kurze Rohrleitung, die in einem Brenner endet, der vor einem Hohlspiegel aus Metall fixiert ist. Das entweichende Gas wird am Brenner entzündet. Wikipedia

Benzin-Lötkolben

Der Kolben auf der rechten Seite wurde mit Benzin gefüllt, welches unter Druck und erwärmt durch die kleine Pfanne ein Flamme erzeugte. Damit wurde die Lötspitze auf der linken Seite erhitzt.

Die Evolution der Wäscheklammer

Traditionelle Befestigungstechnik

Mit dem Hand-Bohrmeißel - man beachte die gehärteten Zähne an der Spitze - wurde ein möglichst  passgenaues Loch in die Wand getrieben, in dem die Eisendübel dann, nach dem Festschrauben auseinander gespreizt, für festen Halt sorgten.

MG-Schützen-Ring aus dem Ersten Weltkrieg

Im Rahmen unseres Projekts „Vor 100 Jahren – zur Geschichte des Ersten Weltkrieges“ stellte uns ein alter Eidelstedter den folgenden Silber-Ring zur Verfügung, der ein stilisiertes Maschinengewehr zeigt.

Über die Geschichte dieses Schmuckstücks in der Familie ist wenig bekannt, außer dass es aus dem Krieg 1914 – 18 stammt. Dieses war auch der erste Krieg in dem das Maschinengewehr eine entscheidende Rolle spielte.

Einen Hinweis auf die Bedeutung dieses Ringes gibt die folgende Anzeige von 1917:

Die Ringe wurden damals beworben und verkauft und sogar zum günstigen Preis von 10 Pfennig an die Front, ins „Feld“ veschickt. Es steht zu vermuten, dass Maschinengewehr-Schützen die innige Beziehung zu ihrer Waffe mit dem Tragen eines Ringes demonstrieren wollten. Dieses Denken ist für die meisten von uns heute eher fremd.

Über nähere Hinweise auf Bedeutung, Hintergründe und eigene (Familien-)Geschichten zum Thema würden wir uns freuen.

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